• ... für Bad Saulgau

    Hauptstiftungszweck: Die Unterstützung der Sonnenhof-Therme in Bad Saulgau

  • ... für Bad Saulgau

    Das Geschenk zum 25jährigen Jubiläum der Stiftung an die Stadt Bad Saulgau: Der Kinzelmann-Turm

Was ist die Kinzelmann-Stiftung?

  • Eine gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts.
  • Gegründet im Jahr 1990.
  • Die Gründung erfolgte durch die Erfüllung der
    testamentarischen Anordnung der im Jahr 1989
    verstorbenen Saulgauerin, Aloisia Kinzelmann.
  • Das Vermögen der Stiftung stammt aus dem
    umfangreichen Nachlass der Stifterin.
  • ... für die Kunst

    z.B. Kauf des Kunstwerkes „Enceinte“ von Markus Daum für die Stadt Bad Saulgau

Welche Aufgaben hat die Kinzelmann-Stiftung?

  • Der erwirtschaftete Ertrag wird jährlich
    ausgeschüttet und für die in der Satzung
    vorgegebenen Zwecke verwendet.
  • ... für die Kultur

    z.B. Unterstützung des Aussstellungskataloges der Ausstellung von Andreas Rainer in der städtischen Galerie „Die Fähre“ in Bad Saulgau

Wer sind wir?

Vorstand

Michael Bachhofer, Dr. Wolfgang Durach, Hans-Jörg Reisch

 

Beirat

Dr. Heinz Langhammer, Berthold Mildner, Frank Müller, Doris Schröter, Richard Striegel

 

Kontakt und Sekretariat

Kerstin Fritzenschaft, Tel. 07581 4803503, info@kinzelmann-stiftung.de

Postanschrift: Kinzelmann-Stiftung, Bahnhofstraße 9, 88348 Bad Saulgau

 

  • ... für die Musik

    z.B. Kauf des Fazioli-Flügels für das „Alte Kloster“ in Bad Saulgau

Geschichte der Stiftung

Der Anlass für die Gründung der Stiftung war das am 18.10.1988 verfasste Testament von Aloisia Kinzelmann. Dass sie sich knapp vier Wochen nach dem unerwarteten Tod ihres Sohnes Carlheinz Kinzelmann (gestorben am 25. September 1988) zu diesem Schritt entschieden hatte, ist zum einen bemerkenswert aber auch erklärbar. Das Testament sah vor, die Stiftung innerhalb eines Jahres nach dem Ableben der Erblasserin zu gründen.

Aloisia Kinzelmann starb am 09. April 1989.

Mit ihrem Testament realisierte Aloisia Kinzelmann den Plan ihres Sohnes.

Die Idee zur Gründung einer Stiftung war nämlich bereits bei einem Besuch des damaligen Saulgauer Bürgermeister Günter Strigl bei Carlheinz Kinzelmann 1987 in München entstanden. Der Gedanke, mit der Stiftung Bad Saulgau zu beschenken, resultierte nicht zuletzt aus verschiedenen Beziehungen zu Bad Saulgau die im Laufe der Jahre entstanden und gewachsen waren.

Über Aloisia und Carlheinz Kinzelmann

Aloisia Kinzelmann

Kindheit und Jugend von Aloisia Kinzelmann

Aloisia Kinzelmann wurde am 5. Dezember 1899 als einzige Tochter des Ehepaars Joseph und Anna Kugler geboren.

Sie wuchs in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater, Josef Kugler, war Geschäftsführer der Tonwarenfabrik Kugler. Noch bis nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges –der Betrieb des Vaters befand sich bereits in beträchtlichen finanziellen Schwierigkeiten- lebte Aloisia Kugler in großer Sorglosigkeit, obwohl es dem Großteil der Bevölkerung am Notwendigsten mangelte.

Nach Beendigung des Krieges verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage der Familie Kugler, und damit auch die Lebenssituation für Tochter Aloisia, zusehends und bedrohlich. Der Betrieb der Tonwarenfabrik konnte nicht wiedereröffnet und weitergeführt werden. Das Unternehmen wurde aufgelöst. Die anschließenden Versuche, in neue Geschäftszweige einzusteigen, scheiterten ebenso.

Über ihre Ausbildung, ihre Pläne, über die Vorlieben und Wünsche der jungen Frau sind kaum Informationen überliefert. Ein kleiner Notizzettel aus dem Nachlass belegt, dass Aloisia Kugler um 1930 mit dem Gedanken spielte nach Amerika auszuwandern. Dieser Plan wurde nicht in die Tat umgesetzt, unter anderem wohl auch deshalb, weil Aloisia Kugler im August 1930 ihren späteren Ehemann Carl Kinzelmann kennenlernte.

Mutter und junge Witwe

Am 14. Februar 1931 heirateten Carl Kinzelmann und Aloisia geb. Kugler in Friedrichshafen. Die Ehe dauerte jedoch nicht lange, der tödliche Unfall von Carl Kinzelmann im September 1932 beendete das kurze Glück.

Im März desselben Jahres hatte Sohn Carlheinz Kinzelmann in Saulgau das Licht der Welt erblickt und wurde durch das tragische Unglück bereits im Alter von einem halben Jahr zum Halbwaisen. Die ersten Jahre seines Lebens verbrachte das Kind wegen seines schlechten Gesundheitszustandes viele Wochen und Monate in verschiedenen Krankenhäusern.

In Saulgau hatte Aloisia mit ihrem Sohn nach dem Tod ihres Mannes keine Existenzgrundlage mehr und offenbar auch kein soziales Netz, in dem sie hätte Unterstützung finden können. So zog sie im November 1933 mit ihrem Sohn zu ihrer Tante nach Reutlingen, wo sie alsbald eine Stelle als kaufmännische Angestellte fand.

Wiederbeginn in Saulgau

Unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges schlug sich Aloisia Kinzelmann hauptsächlich mit Tauschgeschäften durch. Eine weitere, wieder mögliche Einkommensquelle war die Vermietung ihrer Grundstücke in Saulgau.

Sie bemühte sich darum, ihre noch vorhandenen Produktionsanlagen in Saulgau wieder in Betrieb zu setzen. Zeitgleich hatte sie die Gründung eines Brennereibetriebs ins Auge gefasst und diesen Schritt plante sie systematisch. Im Jahr 1949/50 erhielt sie die dafür notwendige Genehmigung und sie begann erfolgreich mit der Herstellung und dem Verkauf von Branntwein und Spirituosen.

Hauptsächlich für die Eierlikörproduktion entstand in der Folge die „Kühlhaus-Unternehmung“ von Aloisia Kinzelmann. Dies war der Einstieg in die Kühlbranche, mit der ihr Sohn Carlheinz später den Aufstieg zum Großunternehmer schaffen sollte.

Carlheinz Kinzelmann

Carlheinz Kinzelmann begann nach seiner Ausbildung seine Karriere als Vertreter in der gegründeten Likörfabrik „van Delst“. Er übernahm im Laufe der Zeit von seiner Mutter die Herstellung und den Verkauf von Spirituosen in Saulgau sowie den Wein- und Spirituosengroßhandel. Die Produktion stellte er alsbald ein.

Die Expansion des Kühlhausbetriebes verfolgte er dennoch weiterhin und sehr zielstrebig. Das Saulgauer Kühlhaus bestand zuletzt aus zwei dreigeschossigen Kühlhallen. Hinzu kam ein weiteres Kühlhaus in Remseck-Aldingen. Die Veränderung der privaten Konsumgewohnheiten in den Haushalten beschleunigten den raschen Aufschwung in der Branche.

Zusätzlich eröffnete Carlheinz Kinzelmann im Laufe der Jahre acht Einkaufszentren an verschiedenen Standorten. In Saulgau entstand das Einkaufszentrum DEZ an der Altshauser Straße, auf einem Grundstück, um dessen Eigentum seine Mutter jahrelang erbittert gekämpft hatte. Das finanziell bedeutsamste Einkaufszentrum von Carlheinz Kinzelmann jedoch war keines dieser „Endverbrauchermärkte“, sondern das große Händlerlager für Mode und Textilien in München, das in den 70erJahren entstand.

Im November 1965 gründete Carlheinz Kinzelmann zudem die allgemeine Finanz- und Vermögensverwaltung GmbH & Co. KG AFINA. Gegenstand des Unternehmens war die Finanzierung und Grundstücksverwaltung, insbesondere die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken aller Art.

Carlheinz Kinzelmann selbst führte ein sehr extravagantes Leben. Er trug ausschließlich maßgeschneiderte Anzüge, jedes seiner Wohnhäuser war luxuriös ausgestattet. Doch Privatbesitz nutzte er eher zu Zwecken der Repräsentation, als um darin zu wohnen. Auch in seiner Unternehmensführung zeigte sich, dass ihm die großen Gesten gefielen. Seine engen Mitarbeiter lud er mehrfach zu exklusiven Betriebsausflügen nach Paris, London und Budapest ein.

Er lebte nur wenige Jahre seines Lebens in seiner Geburtsstadt Saulgau. Trotzdem versuchte er die Anerkennung und Bekanntheit in Saulgau zu erlangen. In den letzten Jahren seines Lebens dachte er vermehrt daran, in Saulgau ein Zeichen zu setzen und einen Teil seines Erfolges der Stadt zu hinterlassen.

Schon Jahre vor seinem Tod hatte Carlheinz Kinzelmann zunehmend gesundheitliche Probleme. Carlheinz Kinzelmann verstarb am 25. September 1988 (†) im Alter von nur 56 Jahren in München.

Während sein gesamtes Vermögen dem Nachlasskonkurs zum Opfer fiel, blieb seine Idee der Gründung einer Stiftung zugunsten von Bad Saulgau präsent. Seine Mutter ließ diese Idee mit ihrem Testament wahr werden.

Die letzten Jahre der Aloisia Kinzelmann

Die letzten Lebensjahre von Aloisia Kinzelmann waren geprägt durch Auseinandersetzungen und Konflikte mit ihrem Umfeld. Wehrhaft und kompromisslos behauptete Aloisia Kinzelmann zeitlebens ihren Standpunkt.

Bis heute erstaunt es, mit welcher Härte und Unbarmherzigkeit sie Mitmenschen begegnete, die sich in ähnlichen Lebenslagen, wie sie damals, befanden. Selbst noch als wohlhabende Unternehmerin war ihre Devise: „Die armen Leute, die fürchte ich! Keine Mark würde ich einem Armen geben, denn er ist selbst schuld, wenn er arm ist. “

Die Zeiten in Armut, die Aufgaben als alleinerziehende Mutter und Unternehmerin waren enorme persönliche Herausforderungen für Aloisia Kinzelmann, die sie kraftvoll ohne Unterstützung bewältigt und gemeistert hat. Sie verstarb in ihrem 90. Lebensjahr.

Verwalter auf Lebenszeit

Franz Bachhofer (†), Ludwig Durach (†) und Emma Wolf (†) wurden von Aloisia Kinzelmann zu Vorständen ihrer Stiftung auf Lebenszeit bestellt.

Emma Wolf als enge Vertraute von Aloisia Kinzelmann, Ludwig Durach in seiner Funktion als Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter und Franz Bachhofer als Initiator der Stiftung und Finanzfachmann. Aus dem “kinzelmannschen Restvermögen“ schuf er gemeinsam mit seinen Mitstreitern ein Stiftungsvermögen das Jahr für Jahr der Stadt Bad Saulgau große finanzielle Unterstützung für das Thermalbad und für die Kultur, sowie wertvolle Objekte wie z.B. der Fazioli Flügel zukommen lassen kann.

Franz Bachhofer hat mehr als 27 Jahre lang die Geschicke dieser Stiftung ganz im Sinne der Zustifterin geleitet. Franz Bachhofer hat die Kinzelmann Stiftung gelebt.

Vor seinem Tod verfasste er seine persönlichen Eindrücke in einem Büchlein zum 25-jährigen Bestehen der Kinzelmann Stiftung. Seine Wünsche für die Zukunft hat er darin niedergeschrieben:

  • Dass sich immer Menschen finden, die dafür sorgen, dass die Erinnerung an die Stifterin und ihre vorbildliche Leistung in unserer Stadt wachgehalten wird.

  • Dass sich immer wieder verantwortungsvolle Repräsentantinnen und Repräsentanten finden, die für eine erfolgreiche Verwaltung des Stiftungsvermögens sorgen.

  • Dass die Stiftung, die nach den derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Ewigkeit angelegt ist, durch die erzielten Erträge und der damit möglichen Dotierung der Rücklagen oder durch Zustiftungen ein gesundes Wachstum erfährt, um weiterhin einen beachtenswerten Beitrag zur Entwicklung von Bad Saulgau leisten zu können.

  • Dass die Geschichte, die nun für die vergangenen 25 Jahre festgehalten ist, weitergeschrieben wird und so der Nachwelt erhalten bleibt.

  • Dass die aus der Kinzelmann-Stiftung entstandene Idee der Bürgerstiftung mit dieser Einrichtung in Verbindung bleibt und, wenn möglich, zusammenarbeitet, um durch die gemeinsame Arbeit die Entwicklung der Stadt Bad Saulgau im Interesse der Bürgerinnen und Bürger tatkräftig zu unterstützen.

Derzeit besteht der Vorstand aus Michael Bachhofer, Dr. Wolfgang Durach und Hans-Jörg Reisch.

  • ... für Konzerte

    z.B. Unterstützung des „tonkunst-Festivals“ in Bad Saulgau

Was hat die Kinzelmann-Stiftung bisher bewirkt?

  • Seit Gründung – in 25 Jahren – hat
    die Stiftung rund 8,5 Millionen Euro
    ausgeschüttet.
  • Aufteilung: rund 7,1 Millionen Euro für das
    Thermalbad und rund 1,3 Millionen Euro
    für kulturelle Zwecke.
  • ... für Ereignisse

    z.B. Unterstützung des Freilichttheaters „Der Herrgott von Sulga“ in Bad Saulgau